Dienstag, 19. März 2013

[PF - 02] - Passionflower - Ray of Sweets

Den Rest der Nacht verbringt Tsubasa auf einem Dach eines Bootverleihs und lauscht dem Rauschen des Meers. Sie ist müde, kann aber nicht schlafen, denn ihre Gedanken halten wach und Albträume reißen sie aus dem Schlaf, gibt ihr Körper der Müdigkeit nach. Diese Träume sind getränkt von tanzenden Schatten, die sie niederdrücken; verzweifelte Schreie, die in ihrem Kopf nachhallen und Tränen, die mit Blut vermischt sind.
Um dies zu entkommen, denkt Tsubasa über das Geschehen der letzten Stunde nach. Akito, der rothaarige junge Mann mit den blauen Augen und dem arrogantem Auftreten; Umi, ein gleichaltriger Junge, der alles besser zu wissen scheint; Toya, der mit seinen schwarzen Haaren und Augen und der schmächtigen Gestalt wie eine Katze wirkt; die kleine Nini, die für das Leben auf der Straße viel zu unschuldig wirkt und die blonde, hübsche Diebin, dessen Namen Tsubasa nicht kennt... sie alle kommen ihr vertraut vor. Als hätte sie, sie alle schon einmal getroffen... in einem anderen Leben, zu einer längst vergangenen Zeit...


Passion, passion flower, bloom
It’s a secret of the gloom
Don’t bother the little devil
‘Cause shes getting evil. 

Search in the church of art
And find the devils heart 
touch the map of stone
and listen to the tone

Passion, passion flower, bloom
It’s a secret of the gloom
Find the heart to find the treasure and be bold
But listen carefully not everything what shines is gold 



Plötzlich schreckt Tsubasa auf und sieht sich irritiert um. Es ist früh am Morgen, die Sonne geht gerade auf und sie liegt nicht mehr auf dem Dach... sie steht direkt vor einem Laden in dem hübscherm Teil der Stadt, wo das Pflaster aus weißem Marmor besteht und die schwarzen Gaslaternen nicht flackerten. Der Ort, an dem die Reichen Menschen leben und sich einen Dreck um den armen Teil kümmern. Wie zur Hölle ist sie hierhergekommen? Als Tsubasa sich gerade umdrehen will, fällt ihr Blick auf den Namen an der Tür. Mit hübschen verschnörkelten Buchstaben steht da "Shiro's"... dies muss der Süßigkeitenladen sein, von dem Akito gesprochen hatte. Ehe Tsubasa entscheiden kann, ob sie geht oder hineingeht, öffnet sich die Tür und eine hübsche junge Frau erscheint. Ihr schulterlanges Haar glänzt silbrig, weiß und ihre Augen haben ein so intensives Blau, dass es beinahe unecht wirkt.
Mit einer Verbeugung und einer Stimme so hell und klar, dass sie beinahe wie Glas klingt begrüßt die Fremde Tsubasa: "Guten Morgen, du musst einer der Gäste Akito-samas sein.", mit diesen Worten tritt sie zur Seite.
Zögerlich betritt Tsubasa den Laden und kann nicht drumrum als zu staunen. Der Raum war viel größer, als er von außen vermuten ließ. Auf hochgelegenen Regalen stehen Töpfe mit Pflanzen deren Ranken sich an der Decke hangeln und ihre Blüten funkelten wie farbiges Glas. Auf Tresen und Tischen standen Gläser mit bunten Bonbons, Lutschern, Schokolade und vielem mehr. Doch das schönste war das riesige Schaufenster, durch da Licht den Raum flutet und alles glitzern und leuchten ließ.
Mit großen Augen drehte sich Tsubasa einmal im Kreis. "Wooow", als ihr Blick dann auf die Couch fiel, die seitlich an der Wand steht, setzt sie rasch ihr Pokerface wieder auf. "Oh... was macht ihr denn hier?"
Akito, zerkaut krachend ein Bonbon und sieht Akito eine Weile an. "Ich wohne hier... aber eigentlich sollte ich euch das fragen... WAS HABT IHR HIER ZU SUCHEN?!", neben ihm auf der Couch lümmelten Toya, Umi und Nini.
Toya, der Nini auf dem Schoß hat lacht. "Du hast mich eingeladen, herzukommen"
Grummelnd steht Akito auf und geht zum Tresen an der Kasse. "Ja, aber nur dich. Die Frage ist doch, was machen die anderen Zwerge hier?"
"Zwerge?! ich zeige dir gleich, wer hier ein Zwerg ist!", wütend steht Umi auf. "Ich lasse mir ja einiges gefallen, aber nenn mich bei meinem Namen, wenn du was willst!"
Genervt schüttelt Akito den Kopf. "Oh man... das wird richtig ätzend mit euch, das weiß ich jetzt schon..."